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Patienten, Ärzte und Klinikmanager – vom digitalisierten Gesundheitswesen profitieren alle

Eine neue Studie von Bitkom und Hartmannbund zeigt, dass Ärzte einer digitalen Transformation des Gesundheitswesens mehrheitlich positiv gegenüberstehen. So sehen 78 Prozent der Ärzte Künstlicher Intelligenz (KI) eine große Chance für die Medizin. Gleichzeitig fühlen sich 29 % durch den digitalen Wandel überfordert, und 22 % äußern konkrete Ängste gegenüber diesen Entwicklungen. Diese ambivalente Wahrnehmung verdeutlicht, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht nur als technischer Fortschritt verstanden wird. Vielmehr betrifft er direkt die Arbeitsabläufe von Ärzten, Pflegekräften und Verwaltungsmitarbeitenden sowie die Patientenerfahrung.

Die digitale Transformation des Gesundheitssystems bietet bereits heute konkrete Vorteile: Telemedizinelektronische Patientenakten (ePA) und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verbessern Arbeitsprozesse, entlasten das Personal und steigern die Versorgungsqualität von Patienten. Laut aktuellen Analysen von McKinsey könnten durch eine konsequente Digitalisierung des Gesundheitssystems in Deutschland bis zu 42 Milliarden Euro pro Jahr eingespart und gezielt in Versorgung, Personal und Infrastruktur reinvestiert werden.

Fachartikel Digitalisiertes Krankenhaus: Der Mensch im Mittelpunkt

Der Mensch im Mittelpunkt

Im Zentrum aller Digitalisierungsbestrebungen stehen weder Effizienz noch Effektivität. Im Mittelpunkt steht der Mensch: Patienten, Pfleger und Ärzte. Es geht darüber hinaus auch nicht darum, dem Personal »Zeit zu sparen«. Zeit kann niemand sparen. Zeit vergeht immer gleich schnell. Digitalisierung kann aber helfen, Zeit besser zu investieren: Statt durch manuelle Arbeitsschritte einen Teil der Arbeitszeit in administrativen Aufgaben zu verbringen, kann die Digitalisierung genutzt werden, um Zeit in das zu investieren, was das Gesundheitswesen leisten kann: Leben retten.

Ohne innovatives Geschäftsmodell keine Digitalisierung

Trotz der offiziellen bundesweiten Einführung der ePA im Frühjahr 2025 stehen viele Kliniken in Deutschland weiterhin vor großen Herausforderungen. Laut einer aktuellen DKI‑Umfrage verfügen erst etwa 56 % der Kliniken über die notwendige IT‑Ausstattung, um die ePA flächendeckend zu nutzen, und rund ein Drittel der Häuser rechnet damit, die klinikweite Nutzung erst im Jahr 2026 vollständig umzusetzen. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bringt es auf den Punkt: „In der Versorgung stehen wir noch ganz am Anfang. Wir sind noch Lichtjahre davon entfernt, qualifiziert mit der ePA zu arbeiten.“

Dieser Stand verdeutlicht, dass die digitale Transformation im Gesundheitssystem zwar Fortschritte macht, die praktische Umsetzung jedoch noch viel Zeit, technische InfrastrukturSchulungen und standardisierte Prozesse erfordert. Nur so können Anwendungen wie Telemedizindigitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und KI-gestützte Assistenzsysteme wie VIBS9 in der klinischen Praxis tatsächlich Patienten, Ärzte und Pflegekräfte entlasten und die Versorgung nachhaltig verbessern.

Ohne innovatives Geschäftsmodell keine Digitalisierung

Zeit kann man nicht sparen, Kosten schon

Aber auch andere Bereiche erfordern Investitionen. So verfügen viele Häuser über eine veraltete IT-Infrastruktur, die dringend modernisiert werden muss. Dies haben die meisten Kliniken auch bereits erkannt. Laut dem Roland Berger Hospital IT-Monitor 2024 hat die Mehrheit der befragten Krankenhäuser inzwischen ein digitales Patientenportal gemäß FTB 2 des KHZG eingeführt. Dazu gehören sowohl digitale Leitsysteme und Check-in-Terminals als auch Portale, über die Patienten mit der Klinik kommunizieren können. Die wichtigsten genutzten Funktionen sind:

  • Digitale Aufklärungsformate
  • Online-Terminanfragen und Terminbuchungen
  • Sicherer Nachrichtenaustausch
  • Upload und Download medizinischer Dokumente
  • Digitale Terminerinnerungen

Aktuell nutzt erst ein Drittel der befragten Kliniken ein Clinical Data Repository (CDR). Ein CDR sammelt Daten aus unterschiedlichen klinischen Quellen und ermöglicht damit:

  • eine integrierte Sicht auf Patienten,
  • datenbasierte Entscheidungen,
  • KI-gestützte Analysen und
  • effizientere Abläufe.

Große Kliniken setzen CDRs dreimal häufiger ein als kleine und mittlere Häuser.
Hauptgründe für diese Differenz:

  • geringere personelle Kapazitäten,
  • begrenzte finanzielle Mittel,
  • hohe Implementierungskomplexität.

Viele Fachabteilungen in Kliniken arbeiten nach wie vor isoliert, obwohl die weitestgehend manuellen Prozesse in den Krankenhäusern und Kliniken zu hohen Mehrkosten und Belastung der Mitarbeiter führen. Mithilfe von digitalen Lösungen im Gesundheitswesen ließen sich rund zwölf Prozent der jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten einsparen. Bei Gesamtausgaben von 343 Milliarden Euro könnten Einsparungen und damit auch Reinvestitionen von 42 Milliarden Euro realisiert werden. Die Produktionssteigerung bei Leistungsbringern könne in folgenden Bereichen erzielt werden:

  • Stationäre Versorgung: 12,4 Milliarden Euro
  • Ambulante Versorgung: 11,1 Milliarden Euro
  • Weitere Bereiche: 2,3 Milliarden Euro
Digitalisierung im Krankenhaus: Zeit kann man nicht sparen, Kosten schon

17 Vorteile, weswegen Patienten, Klinikpersonal und -Manager von der Digitalisierung profitieren

Der Einsatz digitaler Technologien im Versorgungsprozess zielt darauf ab, die Versorgungsqualität und Innovationskraft zu steigern. In die IT-Systeme eingebundene klinische Systeme zur Entscheidungsunterstützung sind nur ein Beispiel dafür, wie digitale IKT an vielen Stellen im Versorgungsprozess positiv die Versorgungsqualität beeinflussen kann. Sie ermöglichen Ärzten zum Beispiel eine schnellere und sicherere Diagnosestellung und die Auswahl sinnvoller Therapieansätze sowie die Vermeidung von Fehlern u.a. bei der Medikation.

Im Folgenden listen wir 17 weitere Gründe, weswegen Patienten, Personal und auch Manager von der Digitalisierung des Krankenhauses profitieren:

Patienten:

  • Weniger Untersuchungen
  • Verkürzte Wege und Wartezeiten
  • Größeres Wohlbefinden und höherer Komfort während der Behandlung erreichen
  • Vermindertes Risiko einer falschen Medikation aufgrund von unvollständigen Infos
  • Bessere Heilungschancen realisieren

Personal:

  • Stressbelastung reduzieren
  • Prozesse durch digitale Unterstützung vereinfachen, Entscheidungsfindung beschleunigen
  • Kommunikation optimieren
  • Arbeitsumfeld verbessern

Manager:

  • Wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten
  • Neue Geschäftsfelder erschließen
  • Verbesserte Behandlungsergebnisse
  • Doppelbehandlungen vermeiden
  • Effizienter Ressourceneinsatz
  • Attraktivität als Arbeitgeber steigern
  • Verbesserte Kosten-Nutzen-Relation
  • Ansehen der Klinik steigern